Kohlelager

Offen oder geschlossen? Diese Frage beschäftigt die Mitglieder im Kraftwerksforum. In einem offenen Kohlelager lagert die Kohle ohne ein Dach unter freiem Himmel. Bei einem eingehausten Kohlelager lagert sie in geschlossenen Hallen.

Schadstoffe einschließen. „Wenn Kohle offen lagert, geraten mehr Schadstoffe in die Luft, als bei einer geschlossenen Lagerung“, befürchten die Kritiker. Die Schadstoffe setzten sich in Pflanzen ab und gelangten so in die Nahrungskette von Menschen und Tieren. Direkt eingeatmet schädigten sie die Atemwege der Menschen. Um die Bewohner der Region vor Feinstaub zu schützen, fordern die Kritiker deshalb ein eingehaustes Kohlelager.

Kohle staubt beim Transport. „Die Zusatzbelastung der Bevölkerung durch den Kohlenstaub ist nicht nennenswert", so E.ON Kraftwerke. Der meiste Staub entstehe nicht beim Lagern, sondern wenn die Kohle vom Schiff auf die Transportbänder verladen und zur Lagerhalle transportiert werde. Am Standort Datteln werde die Kohle mit Wasser befeuchtet, so staube sie weniger. Beim Verladen der Kohle vom Schiff auf die Förderbänder kommt ein Konti-Enlader (Bigfoot) zum Einsatz, der den Staub minimiert. Außerdem seien die Förderbänder eingehaust und Windzäune verhinderten, dass der Wind den Kohlenstaub in die Region trägt. Am Kohlelager angekommen sei die Abwurfhöhe vom Band zur Lagerhalle reduziert worden, was Emissionen weiter einschränke. Offene Kohlelager seien in Deutschland außerdem keine Seltenheit, sondern die Regel.

Die Arbeit des Forums. Das Forum hat in mehreren Sitzungen an der Sachaufklärung gearbeitet.  Gemeinsam hat das Forum mit der Hilfe externer Experten festgehalten: Die Vorbelastung durch Immissionen im Umfeld des Kraftwerks ist hoch. Mit Blick auf die angrenzenden Wohngebiete sei aber deutlich, dass das geplante Kohlelager keine nennenswerten Zusatzbelastungen verursache. Damit hat die Arbeit des Forums erheblich dazu beigetragen, die Befürchtungen der Bevölkerung zu mindern. Um die Immissionen weiter zu beobachten, werden von E.ON Kraftwerke neben den schon vorhandenen weitere Messstellen eingerichtet.