Feinstaubfilterung

Warum ist das Feinstaubthema so wichtig? Feinstaub ist Bestandteil des Schwebstaubs, der uns umgibt. Von Bedeutung ist insbesondere die Größe der Staubpartikel, die in die Umgebung und damit in die Atemluft gelangen. Feinstaubpartikel ab einer Größe von 10µm (PM10), d.h. ab 0,001 mm und kleiner, können durchs Einatmen Gesundheitsbelastungen hervorrufen. Noch kleinere Partikel, ab einer Größe von 2,5µm (PM2,5), können in die Lunge gelangen. Deshalb wird die Belastung der Umgebungsluft mit Feinstaub besonders streng überwacht. 

Wie werden im neuen Kraftwerk Feinstäube gefiltert? Im Block 4 wird das Rauchgas mit Hilfe von Elektrofiltern gereinigt. Der Elektrofilter reduziert die Staubkonzentration des in die Umgebung abgegebenen Rauchgases, so dass der gesetzliche Grenzwert von 20 mg/m³ deutlich unterschritten wird. E.ON hat die Filterhersteller dazu verpflichtet, einen Wert von 10 mg/m³ nicht zu überschreiten. Im Betrieb werden sogar noch niedrigere Staubwerte erwartet. Im Elektrofilter wird der Abgasstrom durch Drähte geführt, die über ein elektrisches Potenzial verfügen. Die Drähte werden von Platten eines entgegengesetzten elektrischen Potenzials umgeben, wodurch die Staubpartikel wie bei einem Magneten von den Platten angezogen werden. Mit Hilfe eines sogenannten Klopfers werden sie dann separiert, das heißt abgeklopft und aufgefangen. Nach dem Elektrofilter gelangt das Rauchgas in die Rauchgasentschwefelungsanlage - kurz REA genannt. Die Erfahrung zeige, so E.ON, dass auch dort zusätzlich weitere Staubanteile herausgefiltert würden.

Die Arbeit des Forums: Bei der Forumssitzung am 18. Februar 2009 diskutierten die Teilnehmer über die Vor- und Nachteile verschiedener Filtertypen. Die Vertreter der E.ON Kraftwerke erklärten im Forum, dass neben E-Filtern auch Schlauchfilter, die speziell auf Feinstaub ausgerichtet seien, ein sehr gutes Filterergebnis erzielen könnten. Insbesondere im Bereich PM2,5 könnte hierbei die Filterwirkung sogar besser als bei einem derzeitigen Elektrofilter sein. In Europa werden bei Kohlekraftwerken bevorzugt Elektrofilter eingesetzt. Auch E.ON hätte mit diesen langjährige, gute Betriebserfahrungen sammeln können. Im Gegensatz zum Schlauchfilter wisse man beim Elektrofilter, dass die Filterqualität und somit das Abscheidevermögen auch langfristig konstant bleibe. Die Forschung sei auch hier bestrebt diese Filterleistung weiter zu verbessern. Ebenso habe man im Gegensatz zum Schlauch- oder Gewebefilter einen geringeren Druckverlust und erreiche dadurch wiederum einen höheren Wirkungsgrad. Auch wenn die heute verfügbaren Elektrofilter nicht ganz die Feinstaubfilterung wie speziell hierfür ausgelegte Gewebefilter erreichen, liegt der Abscheidegrad für Feinstaub bei Elektrofiltern oberhalb von 96%. Damit zählen Elektrofilter genauso wie Gewebefilter nach den Regularien der EU zu der best verfügbaren Staubfiltertechnologie.