Fragen und Antworten

In der Rubrik "Fragen und Antworten" werden Fragen beantwortet, die Sie bei den Infoständen des Kraftwerksforums oder bei Bürgerveranstaltungen gestellt haben .  

Das Kraftwerksforum erläutert Ihre Fragen und Anliegen in seinen Sitzungen. Fragen, die den Kraftwerksbau betreffen, zum Beispiel Fragen zu technischen Details, leitet das Kraftwerksforum an E.ON weiter. 

Sie haben Fragen, die hier noch nicht beantwortet werden? Dann stellen Sie sie hier

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Woher kommt das Wasser für das Kraftwerk?

Das Wasser wird aus dem Dortmund-Ems-Kanal entnommen. Darüber hinaus wird sämtliches Oberflächenwasser (Regenwasser) gesammelt und auch verwendet.

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Warum wurden die Bürger im Vorfeld der Entscheidung zum Neubau nicht mit einbezogen?

Im Rahmen der Planung für den Kraftwerksneubau gab es in der Vergangenheit zum einen das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren bei der Bezirksregierung Münster und zum anderen die Bauleitplanverfahren bei der Stadt Datteln. Die Öffentlichkeit hat bei beiden Verfahren einen gesetzlichen Anspruch auf Beteiligung: Während der beiden Verfahren konnten Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen abgeben. Bei den Bauleitplanverfahren wurden die Einwände, Bedenken und Vorschläge aufgenommen und dem Rat der Stadt Datteln zur Abwägung vorgelegt. Dabei hat sich der Rat vor seinen Beschlüssen in den Bauleitplanverfahren mit den Stellungnahmen auseinander gesetzt und anschließend entschieden, ob und wie ihnen gefolgt werden soll. In Zukunft will die Stadt Datteln die Bürgerinnen und Bürger über die gesetzlichen Vorschriften hinaus noch stärker mit einbinden. Deshalb werden bereits jetzt alle Zwischenergebnisse in öffentlichen Ausschusssitzungen vorgestellt. So können sich Interessierte über den aktuellen Stand informieren und ggf. ihre Anregungen einbringen.

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Wie wird sichergestellt, dass das neue Bebauungsplanverfahren allen juristischen Überprüfungen standhält?

Die Stadt Datteln wird alle gesetzlichen Vorschriften einhalten. Durch eine umfassende, sorgfältige Beachtung aller Verfahrensvorschriften, eine sorgfältige Ermittlung und Prüfung aller Belange sowie eine vollständige, alle Belange umfassende Abwägung kann die Stadt die Voraussetzungen für das Bestehen einer weiteren gerichtlichen Prüfung der Bauleitplanung in einem Normenkontrollverfahren schaffen.

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Stehen wirtschaftliche Gründe über gesundheitlichen Aspekten der lokalen Bevölkerung?

Der Schutz der Gesundheit ist ein wesentlicher Punkt, der auch immer wieder im Kraftwerksforum aufgegriffen wird. Die Emissionswerte zum Schutz der Bevölkerung sind gesetzlich geregelt. Der Kraftwerksneubau muss also alle gesetzlichen Grenzwerte einhalten. Die Anlage ist so ausgelegt, dass die gesetzlich vorgegebenen Emissionsbegrenzungen eingehalten und zum Teil weit unterschritten werden. Das neue Kraftwerk wird mit deutlich verbesserter Technik zur Rauchgasreinigung ausgestattet sein als die vorhandenen Altanlagen. Das Kraftwerksforum hat sich in seinen Sitzungen auch mit der Überwachung von Emissionen beschäftigt: Mit dem dichten Netz von Messstellen zur Überwachung der Luftqualität geht das Umweltmonitoring über das vom Gesetzgeber geforderte Maß hinaus. Damit gehört Datteln zu den bestüberwachten Kraftwerksstandorten in Deutschland. Die Berichte des Umweltmonitorings können auf den Seiten des Kraftwerks eingesehen werden.

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Warum wurde der Standort nicht weiter außerhalb verlegt (Kanal ist ja lang genug)?

Der Standort Löringhof bietet neben einem bebaubaren Grundstück in ausreichender Größe eine für die Logistik eines Steinkohlekraftwerks hervorragende Infrastruktur durch die unmittelbare Anbindung an das Kanal- und Schienennetz und darüber hinaus durch die Nähe zur Bundesautobahn A2.

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Warum wird der Kühlturm nicht künstlerisch gestaltet und für Aktionen genutzt (z.B. Fläche als Leinwand)?

Das Thema wird immer wieder kontrovers diskutiert. Für Aktionen wurde die Fläche des Kühlturms aber bereits einige Male genutzt  – wie zum Beispiel für eine vorweihnachtliche Kühlturmillumination. Solche Aktionen könnten auch in Zukunft wieder stattfinden.

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Kommen Schadstoffe aus dem Kühlturm?

Der Kühlturm übernimmt zwei Funktionen: Zum einen gibt das Kühlwasser seine Wärme an die von unten einströmende Luft ab. Zum anderen leitet der Kühlturm die gereinigten Rauchgase ab, indem der natürliche Auftrieb das gereinigte Rauchgas in große Höhen transportiert. Ein zusätzlicher Kamin ist damit nicht nötig. Das Rauchgas wird, bevor es in die Atmosphäre gelangt, aufwändig gereinigt. Die gesetzlich zulässigen Grenzwerte für den Schadstoffausstoß werden deshalb deutlich unterschritten. Vor allem Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOx) und Staub gilt es zu entfernen. Der Reinigungsprozess läuft in drei Stufen ab: In der Entstickungsanlage wandeln Katalysatoren die Stickoxide von Ammoniak in umweltneutrales Wasser und Stickstoff um. Stickstoff ist als natürlicher Bestandteil zu 79 Prozent in der Luft enthalten. Die zweite Station der Rauchgasreinigung ist ein Elektrofilter zum Abscheiden der Flugasche. Sie wird in einem Aschebunker gesammelt und vollständig in der Bauindustrie, beispielsweise als Betonzusatzstoff, verwertet. Die Entschwefelungsanlage wäscht das Rauchgas schließlich nochmal. Hier reagiert das Schwefeldioxid chemisch mit einem Kalkstein- Wasser-Gemisch und Sauerstoff. Übrig bleiben Gips und Wasser. Der getrocknete Gips wird beispielsweise beim Herstellen von Gipskartonplatten eingesetzt.
Das neue Kraftwerk Datteln 4 wird für die Erzeugung von Strom deutlich weniger Kohle einsetzen, als es bisher notwendig ist. Konkret verbraucht die Produktion einer Kilowattstunde Strom 20 Prozent weniger Brennstoff. Dadurch wird im Vergleich zu alten Kraftwerken über eine Million Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.

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Wie viele Arbeitsplätze werden durch den Neubau von Datteln 4 entstehen?

Das Kraftwerk Datteln 4 wird alte Kraftwerke im Ruhrgebiet ersetzten und sichert somit insbesondere in Datteln circa 75 direkte Arbeitsplätze und ca. 120 Arbeitsplätze außerhalb bei Zulieferern und Dienstleistern. Darüber hinaus zeigen wirtschaftswissenschaftliche Untersuchungen, dass durch den Betrieb des Kraftwerks Datteln 4 indirekt weitere 500 Arbeitsplätze bei einem jährlichen Produktionseffekt von rund 38 Millionen Euro geschafft und erhalten werden. Während der Bauphase werden  in ganz Deutschland sogar über 5.300 Arbeitsplätze durch Datteln 4 gesichert. In der  Bauphase sind ca. 70 Firmen aus Datteln und Umgebung mit einem Gesamtvolumen von rund 50 Mio. Euro beteiligt.

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Irgendwo muss der Strom herkommen! Reichen da „nur“ Windräder?

Rein rechnerisch benötigt man, um die gleiche Menge Strom zu erzeugen wie ein großes Kohlekraftwerk (1.100 Megawatt): 53 Biomassekraftwerke (à 20 Megawatt) oder 1.883 Windkraftwerke (à 2,5 Megawatt) oder 73,5 km² Solarmodule (100 Kilowattstunden/m²). Allerdings müssten diese regenerativen Quellen ständig produzieren können, wie ein Kohlekraftwerk. Sonst könnten sie nur teilweise als Ersatz dienen. Ein Beispiel: Um genauso viel Leistung zu installieren, wie sie Datteln 4 bieten soll, müssten 440 Windräder á 2,5 Megawatt aufgestellt werden. Aber der Wind weht nicht immer. Während ein Kohlekraftwerk in der Regel 7.000 Stunden im Jahr einsatzbereit ist und Strom erzeugen kann, kommt ein Windrad im Binnenland aufgrund der schwankenden Windverhältnisse auf etwa 1.600 Volllastbenutzungsstunden. Um also wie das geplante Kraftwerk Datteln 4 im Jahr rund sieben Milliarden Kilowattstunden Strom zu erzeugen, bräuchte man daher insgesamt 1.838 Windräder. Auch Solaranlagen und Biomassekraftwerke könnten nicht die Leistung eines neuen Kraftwerksblocks erbringen. Es müssten außerdem noch Speichermöglichkeiten für den erzeugten Strom geschaffen werden. E.ON spielt bereits heute eine weltweit führende Rolle bei der Entwicklung der Erneuerbaren Energien und investiert in den nächsten fünf Jahren 7 Milliarden Euro in Erneuerbare.

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Wer hat die juristische Kompetenz?

Beide Seiten, sowohl Vorhabenträger als auch Stadt, haben juristische Berater.

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Könnte ein Windschutz um ein offenes Kohlelager errichtet werden?

Im Rahmen der Bauleitplanung werden unterschiedliche Kohlelager betrachtet. Der meiste Staub entsteht nicht beim Lagern, sondern wenn die Kohle vom Schiff auf die Transportbänder verladen und zur Lagerhalle transportiert wird. Am Standort Datteln würde die Kohle bei einer offenen Lagerung mit Wasser befeuchtet, so staubt sie weniger. Beim Verladen der Kohle vom Schiff auf die Förderbänder sind sogenannte Conti-Entlader (Bigfoot) geplant, die den Staub minimieren. Außerdem würden die Förderbänder eingehaust und Windzäune würden verhindern, dass der Wind den Kohlenstaub weiter trägt. Am Kohlelager angekommen würde die Abwurfhöhe vom Band zur Lagerhalle reduziert werden, was Emissionen weiter einschränken würde.

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Warum wird die Kohle nicht eingehaust?

Diese Frage wird im Rahmen des Bauleitplanverfahrens erörtert.

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Wie hoch sind die Feinstaubbelastungen bei ungünstigen Wetterlagen, zum Beispiel Inversionswetterlagen, wenn alle Kraftwerke in der Region in Betrieb sind?

Die Emissionswerte zum Schutz der Bevölkerung sind gesetzlich geregelt. Der Kraftwerksneubau muss also alle gesetzlichen Grenzwerte einhalten. Feinstaub ist ein Teil des Schwebstaubs. Wesentliche Verursacher der natürlichen Staubbelastung sind zum Beispiel Pollen. Hauptverursacher des anthropogenen - des menschengemachten - Anteils sind unter anderem der Straßenverkehr, die Landwirtschaft und die Industrie. Das Kraftwerksforum hat bei E.ON nachgefragt und diskutiert regelmäßig die Ergebnisse des Umweltmonitorings. Verschiedene Wetterlagen, aber auch Einflüsse durch Osterfeuer oder Silvesterfeuerwerk können die Feinstaubbelastung negativ beeinflussen. Eine Gesamtrechnung, auf die Ihre Frage abzielt, liegt nicht vor, da die gesicherte Unterscheidung der einzelnen Emittenten derzeit nicht möglich ist. Die Werte der einzelnen Messstationen können in den Berichten des Umweltmonitorings nachgelesen werden. Welche Auswirkungen Inversionswetterlagen generell auf die Luftqualität haben, können Sie weiter unten auf dieser Seite nachlesen.

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Gab es schon in der Planungsphase Einspruch von den Bürgerinnen und Bürgern?

Im Rahmen der Planung für den Kraftwerksneubau gab es zum einen das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren und zum anderen die Bauleitplanverfahren. Die Öffentlichkeit hat bei diesen Verfahren einen gesetzlichen Anspruch auf Beteiligung: Während der beiden Verfahren konnten Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen abgeben. Die Einwände, Bedenken und Vorschläge wurden aufgenommen und dem Rat der Stadt Datteln zur Abwägung vorgelegt. Vor seinen Beschlüssen in den Bauleitplanverfahren hat sich der Rat mit den Stellungnahmen auseinander gesetzt und danach entschieden. In Zukunft will die Stadt Datteln die Bürgerinnen und Bürger noch stärker mit einbinden. Alle Zwischenergebnisse sollen im Rat der Stadt in öffentlichen Ausschusssitzungen vorgestellt werden. So können sich Interessierte über den aktuellen Stand informieren und ihre Anregungen einbringen.

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Warum gab und gibt es keinen Bürgerentscheid?

Bei der Aufstellung eines Bebauungsplanes ist gemäß § 26 Abs. 4 Nr. 6 Gemeindeordnung rechtlich keine Möglichkeit für einen Bürgerentscheid gegeben. Geht es um Ortsgesetze, wie den Bebauungsplan, fällt dem Stadtrat – in diesem Fall dem Rat der Stadt Datteln – die Aufgabe zu, zu entscheiden, ob und wie gebaut wird.

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War ein Atomkraftwek geplant?

In den 70er Jahren war die heutige NewPark-Fläche für den Bau von Kernkraftwerksblöcken vorgesehen. Heute ist weder ein Atomkraftwerk geplant, noch gibt es dazu Anfragen.

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Warum gibt es Pläne für ein zweites Kraftwerk?

Die Infrastruktur, die geplant ist, entspricht den Anforderungen eines 1.100 Megawatt Steinkohlekraftwerks. Ein zweiter Block ist, entgegen anders lautenden Vermutungen, nicht vorgesehen.

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Warum wird der Kanal größer gebaut, als es eigentlich nötig ist?

Die Infrastruktur, die geplant ist, entspricht den Anforderungen eines 1.100 Megawatt Steinkohlekraftwerks.

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Warum wurde das Kraftwerk nicht in den Rieselfeldern gebaut?

Das Kraftwerksforum hat in seinen Sitzungen nachgefragt, warum die Rieselfelder nicht in Frage kamen. Drei Gründe haben laut der Stadt Datteln gegen den Bau in den Rieselfeldern gesprochen: Zum einen wird im Flächennutzungsplan wie auch im Regionalplan Emscher-Lippe östlich des Dortmund-Ems-Kanals eine Fläche mit 28 Hektar für einen Kraftwerksbau ausgewiesen – genau dort wird gerade das Kraftwerk gebaut. Zum anderen wurde die Fläche der Rieselfelder seitens der Stadt Datteln seit etwa 1990 immer nur für großflächige Industrieansiedlungen verplant (NewPark), aber für kein Kraftwerk. Der dritte Grund ist der, dass in den Rieselfeldern die Infrastruktur für ein Kraftwerk nicht gegeben ist (z.B. kein Kanalzugang, keine Gleise).

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Warum baut man solche Kraftwerke nicht dahin, wo es niemanden belästigt?

In so einem dicht besiedelten Land wäre es kaum möglich, dort zu bauen, wo es wirklich niemanden belästigt. Die geplante Fernwärmeversorgung der Stadt Datteln, sowie der Einspeisepunkt des Bahnstroms sind zwei wesentliche Gründe, dass die Wahl auf diesen Standort gefallen ist.

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Wann wird das alte Kraftwerk abgerissen?

Das Altkraftwerk Datten 1-3 wird nach der sicheren Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks Datteln 4 zurückgebaut.

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Warum gibt es gleich drei neue Kraftwerke in dieser Region?

In anderen Städten entlang der Lippe werden weitere Kraftwerke gebaut bzw. geplant. Die Stadt Datteln plant allerdings nur ein Kraftwerk.

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Warum können die großen Energieversorgungsunternehmen bei den Milliardengewinnen nicht erheblich die Strompreise senken?

Zum einen zahlen die Energieversorgungsunternehmen etwa 40 Prozent Steuern, es bleibt also nicht alles, was erwirtschaftet wird, im Unternehmen. Zudem investieren viele Unternehmen in erneuerbare Energien und in die Forschung und Entwicklung. Dazu kommt, dass die Strompreise schon drei Jahre im Voraus gehandelt werden.

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Was ist das Interesse von E.ON bei der sehr engen Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister?

Da der Bürgermeister zugleich der Chef der Verwaltung ist, ist eine enge Zusammenarbeit nicht ungewöhnlich. Denn in kleineren Städten ist es üblich, dass die Verwaltungsspitze einen engen Kontakt zu den Investoren unterhält – gerade bei so komplexen Vorhaben wie einem Kraftwerksbau. Die Planungshoheit liegt jederzeit bei der Stadt Datteln. E.ON ist Vorhabensträger und stellt die von der Stadt Datteln angeforderten Gutachten und Informationen zur Verfügung.

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Welche Vorsorgemaßnahmen werden hinsichtlich der Ammoniaklagerung getroffen und wie ist der aktuelle Stand der Diskussion? Wie gefährlich ist Ammoniakwasser im Vergleich zu reinem Ammoniak?

Auf der Bürgerveranstaltung im November 2010 wurde der aktuelle Stand der Diskussion dargelegt: Zur Zeit werden Varianten der Ammoniaklagerung geprüft. Eine Möglichkeit ist, kein reines Ammoniak zu lagern, sondern Ammoniakwasser mit einer Konzentration von weniger als 25%. Wenn Ammoniak in Wasser gelagert ist, kann es sich nicht verflüchtigen und daher auch nicht in die Luft gelangen. Wegen der stofflichen Eigenschaften von Ammoniakwasser wäre also die Störfallverordnung nicht mehr anzuwenden. Damit wäre, laut E.ON, dieser Aspekt der  Diskussion um den Abstand zur Wohnbebauung gelöst. Die Entscheidung liegt jedoch beim Stadtrat Datteln.

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Wie ist die CO2-Bilanz des Kohletransports zum Kraftwerk?

Das Kraftwerk Datteln ist sowohl für die Verbrennung heimischer Steinkohle als auch internationaler Kohle ausgelegt. Es gibt bisher keine globale CO2-Bilanz zum Kohletransport. Wie also die Bilanz vom Kohleabbau bis zum Stromverbrauch aussieht, kann daher nicht beantwortet werden. Es ist aber geplant, dass das neue Kraftwerk  auf Grund des hohen Wirkungsgrades rund 20 Prozent CO2 einsparen wird.

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Was für Kohle soll im neuen Kraftwerk verbrannt werden?

Das Kraftwerk Datteln ist sowohl für die Verbrennung heimischer Steinkohle als auch internationaler Kohle ausgelegt. Auf Grund der auslaufenden Subventionen und der höheren Kosten für heimische Steinkohle wird vermehrt internationale Steinkohle eingesetzt.

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Kann die Turbine ohne fossile Brennstoffe betrieben werden?

Das Kraftwerk ist auf die Verbrennung von Steinkohlen ausgelegt. Die verbrannte Kohle erhitzt das Wasser zu Dampf und treibt eine Turbine an. Maßgeblich für die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Turbine sind Temperatur und Druck des Wasserdampfes.

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Kann das geplante Kraftwerk eine neue Müllverbrennungsanlage werden?

Nein, das Kraftwerk Datteln wird Steinkhole verfeuern.

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Wie sind die Arbeitsbedingungen in den Abbauminen?

Die Arbeitsbedingungen in den Abbauminen wurden im Forum diskutiert. E.ON wurde gebeten, seine Grundsätze offen zu legen. 2007 wurde eine Richtlinie dazu entwickelt, 2008 wurden Rahmenverträge mit externen Auditunternehmen geschlossen. So genannte Audits sind Untersuchungsverfahren, die die Erfüllung von Anforderungen und Richtlinien bewerten. Dazu gibt es Begehungen vor Ort, Mitarbeiterbefragungen (in der Landessprache), Prüfung von Dokumenten, Besprechungen mit kommunalen Vertretern und lokalen Organisationen. Außerdem gab es in diesem Rahmen Schulungen für die Mitarbeiter von E.ON und Lieferantenaudits. Auch eine Leitlinie zu Menschenrechten wurde 2008 von E.ON verfasst. Im Frühjahr 2010 gab es unabhängige Audits in Steinkohleminen in Kolumbien und Südafrika. Berichte zu den Audits gibt es auf der Internetseite von E.ON.

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Warum werden für E.ON Gesetze geändert?

Gesetze werden nach dem Willen der Politik verabschiedet und geändert. Gesetzesänderungen sind in der Politik nichts Ungewöhnliches. Der Wegfall des Paragraphen 26 des Landesentwicklungsprogramms hatte folgenden Grund: Der Paragraph besagte, dass vorzugsweise einheimische Energieträger eingesetzt werden sollen. Die Förderung der einheimischen Steinkohle wird nach derzeitigen politischen Vorgaben spätestens 2018 auslaufen. Auch Zielabweichungsverfahren (ZAV) sind nichts Ungewöhnliches: Das OVG Urteil verweist explizit auf ein derartiges Verfahren, denn wenn auf Grund veränderter Tatsachen unter raumordnungspolitischen Gesichtspunkten eine Abweichung vertretbar ist, dann wird dem Antrag auf Zielabweichung zugestimmt. Ein Diskussionspunkt im Fall des Neubaus ist die Frage, ob das Kraftwerk entgegen dem Landesentwicklungsplan aus dem Jahr 1995 an dem vorgesehenen Standort errichtet werden darf. Wichtig zu wissen: Die in den Rieselfeldern vorgesehene Kraftwerksfläche wurde schon durch ein im März 2010 als Gewerbefläche für den NewPark ausgewiesen und steht somit nicht mehr als Kraftwerksfläche zur Verfügung.

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Wird das geplante Kohlelager sehr stauben?

Diese Frage wird seit Beginn der Planungen im Kraftwerksforum diskutiert und zuletzt auf der Bürgerveranstaltung im November 2010 gestellt. Kohlehalden an sich sind kaum für Kohlestaub verantwortlich. Vor allem bei zwei Vorgängen kann es zu Kohlestaubentwicklungen kommen: Zum einen beim Entladen der Kohle aus dem Schiff. Ein Bagger hebt mit seinen Schaufeln die Kohle hoch, um sie zu verladen. Dabei können Kohlebrocken durch die Schaufel rutschen. Ist es zu diesem Zeitpunkt windig, kann es sein, dass der Kohlestaub verweht wird. Auch beim Transportieren der Kohle vom Förderband auf die Halde kann es zu Staubemissionen kommen: Wenn die Kohle vom Förderband auf die Halde fällt, wird sie durch die Luft geschleudert, Staub entsteht.

Für Datteln 4 wurden daher bestimmte Vorkehrungen getroffen. Beim Entladen der Kohle aus dem Schiff soll ein so genannter kontinuierlicher Schiffentlader eingesetzt werden: Durch einen "Rüssel" wird die Kohle aus dem Schiffsrumpf geladen, Kohlestaubentwicklungen werden so unterbunden. Die Kohle wird dann über ein geschlossenes System zur Halde transportiert. Die Kohle wird also nicht mehr durch die Luft geschleudert. Um bei trockenen Bedingungen einer Staubentwicklung vorzubeugen, kann die Kohlehalde mit Wasser befeuchtet werden. Die Messstellen rund um das Kraftwerk überwachen zudem schon seit drei Jahren unter anderem die Luftqualität und die Entwicklung des Feinstaubs am Standort.

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Wie schädlich sind die Ausstöße aus dem Kraftwerk in Bezug auf Kinder?

Die Emissionswerte zum Schutz der Bevölkerung sind gesetzlich geregelt. Der Kraftwerksneubau muss also alle gesetzlichen Grenzwerte einhalten. Das Kraftwerksforum hat sich in seinen Sitzungen auch mit der Überwachung von Emissionen beschäftigt: Mit dem dichten Netz von Messstellen zur Überwachung der Luftqualität geht das Umweltmonitoring über das vom Gesetzgeber geforderte Maß hinaus. Damit gehört Datteln zu den bestüberwachten Kraftwerksstandorten in Deutschland. Die Berichte des Umweltmonitorings können auf den Seiten des Kraftwerks eingesehen werden.

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Rechnen Sie mit Kinderkrankheiten beim neuen Kraftwerk?

Wenn der Kraftwerksneubau in Betrieb genommen wird, sollte es zu keinen "Kinderkrankheiten" kommen. Um dies zu gewährleisten, gibt es sowohl Probeläufe als auch Abnahmen durch verschiedene Behörden, über die im Forum entsprechend berichtet wird.

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Wurde billiger Stahl verbaut und gibt es schon Defekte?

Das Kraftwerksforum hat sich erkundigt: Laut E.ON werden für alle Arbeiten nur hochwertige Materialien verwendet. Es werden technisch neue Stahlarten verwendet, die das Projekt zu Beginn vor einige Herausforderungen gestellt hat. Diese konnten durch eine Aufstockung der Qualitätssicherung und entsprechende Nacharbeiten aber behoben werden. Die Qualitätssicherung stelle sicher, dass nur einwandfreier Stahl montiert werde.

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Wie wirkt sich Datteln 4 auf die Arbeitsplatzsituation in Datteln und der Region aus?

Im Kraftwerk Datteln 4 werden 75 direkte Arbeitsplätze und ca. 120 Arbeitsplätze außerhalb bei Zulieferern und Dienstleistern geschaffen. Darüber hinaus zeigen wirtschaftswissenschaftliche Untersuchungen, dass durch den Betrieb des Kraftwerks Datteln 4 indirekt weitere 500 Arbeitsplätze und während der Bauphase in ganz Deutschland sogar über 5.300 Arbeitsplätze durch Datteln 4 gesichert werden.

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Was passiert mit der Fernwärme, wenn Datteln 4 nicht fertig gebaut wird?

Das ist für E.ON kein Szenario, denn E.ON hat den festen Willen, das neue Kraftwerk in Datteln bis spätestens  2013 zu realisieren. Datteln 4 sichert somit zukünftig die Versorgung von Datteln und des mittleren Ruhrgebietes mit Fernwärme. Das Kraftwerksprojekt ist energiepolitisch sinnvoll und für die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz in der Region unverzichtbar. 

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Wie viel Strom wird im neuen Kraftwerk produziert und wohin wird er geliefert?

Das Kraftwerk Datteln 4 hat eine elektrische Nettoleistung von 1055 Megawatt (MW). Davon können bis zu 413 MW in Bahnstrom mit einer Frequenz von 16,7 Hertz umgewandelt und in das Netz der Deutschen Bahn eingespeist werden. Die restliche Leistung wird an das Höchstspannungsnetz für die öffentliche Versorgung abgegeben.

 

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Wie hoch sind die gesundheitsschädlichen Belastungen aus dem neuen Kraftwerk?

Das neue Kraftwerk wird mit deutlich verbesserter Technik zur Rauchgasreinigung ausgestattet sein als die vorhandenen Altanlagen.

Die Anlage ist so ausgelegt, dass die gesetzlich vorgegebenen Emissionsbegrenzungen eingehalten und zum Teil sogar weit unterschritten werden. Die von der Anlage zusätzlich verursachten Immissionen (z. B. Luftschadstoffkonzentration in der Umgebung) beeinträchtigen nicht die Gesundheit.

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Wie hoch ist die Feinstaubbelastung am Standort Datteln zur Zeit und wie wird sie sich mit der Inbetriebnahme des Kraftwerks Datteln 4 entwickeln?

Die Feinstaubbelastung in der Umgebung des Kraftwerkes wurde im Rahmen des Genehmigungsverfahrens in Vorbelastungsmessungen sowie aktuell in den Messungen im Rahmen des Umweltmonitorings dokumentiert.

Die aktuellsten Daten zur Feinstaubbelastung stammen aus dem Umweltmonitoringbericht zum 1. Halbjahr 2009 und belegen die Einhaltung der vorgegebenen Richtwerte. Die Kurzfassung des Berichtes steht auf der Internet-Seite des Kraftwerks Datteln (www.kraftwerk-datteln.com) zur Verfügung. Durch den Betrieb des Kraftwerks Datteln 4 ergibt sich keine relevante Zusatzbelastung durch Feinstaub.

Das Kraftwerksforum hat den Umweltmonitoringbericht diskutiert. Hier finden Sie den Umweltmonitoringbericht zum 1. Halbjahr 2009.

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Kann ohne gültigen Bebauungsplan weiter gebaut werden?

Derzeit baut E.ON auf Basis bereits erteilter Teilgenehmigungen. Weitere Teilgenehmigungen sind erst zu erwarten, wenn wesentliche Schritte bei der Schaffung einer neuen planungsrechtlichen Grundlage erfolgt sind. Hierzu gehört insbesondere ein neuer Bebauungsplan. E.ON hat deshalb die Aufstellung eines neuen, sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans beantragt und der Rat der Stadt Datteln hat am 17. März 2010 den Einleitungsbeschluss für ein neues Bebauungsplanverfahren gefasst.

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Warum gibt es nur Teilgenehmigungen?

Für die Genehmigung des Baus und des Betriebs des Kraftwerks im Rahmen des Bundesimmissionsschutzgesetzes ist die Bezirksregierung Münster zuständig. Für komplexe Vorhaben wie einen Kraftwerksneubau ist es sinnvoll, ein gestuftes Genehmigungsverfahren durchzuführen, das aus einem Vorbescheid und mehreren Teilgenehmigungen besteht.
Die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit des Bauvorhabens Kraftwerk Datteln 4 wurde der E.ON Kraftwerke im Januar 2007 in einem Vorbescheid bestätigt. Darauf folgen voraussichtlich sieben Teilgenehmigungen für ganz bestimmte Bauteile und den Betrieb.

 

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Warum baut E.ON ein Steinkohlekraftwerk mit dieser Leistungsgröße in Datteln? Ist das nicht ein Klimakiller?

Datteln eignet sich in ganz besonderer Weise als Standort für ein Steinkohlekraftwerk. Hier liegen alle logistischen Voraussetzungen vor: Kohletransport über den Kanal, Anschluss an das Höchstspannungs-, Bahnstrom-, und Fernwärmenetz sowie ein Gleisanschluss an die Güterbahnstrecke.
Datteln 4 wird wegen seines hohen Wirkungsgrades (über 45 Prozent) ca. 20 Prozent weniger CO2 pro Kilowattstunde Strom produzieren als ein durchschnittliches deutsches Steinkohlekraftwerk. Da Strom nicht in größeren Mengen gespeichert werden kann, verdrängt die Stromproduktion aus Datteln 4 andere Kraftwerke mit einem schlechteren Wirkungsgrad vom Markt. Durch diesen Effekt werden weit über eine Million Tonnen CO2 weniger pro Jahr emittiert.
Die Blockgröße des Kraftwerks Datteln 4 ergibt sich aus der Notwendigkeit wettbewerbsfähiger Stromerzeugungskosten. Bis zum Start von Datteln 4 wird E.ON seit dem Jahr 2000 in NRW doppelt soviel Kraftwerksleistung stillgelegt haben wie in Datteln derzeit gebaut wird.

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Warum werden die Anwohner nicht für den Wertverlust ihrer Immobilien entschädigt?

Ein Ausgleich einer möglichen Wertänderung ist hier durch den Gesetzgeber nicht vorgesehen und wird daher auch nicht umgesetzt.

 

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Was passiert mit den Turmfalken nach Abriss des alten Kraftwerks?

Im Zusammenhang mit dem Rückbau des alten Kraftwerks werden neue Nistmöglichkeiten für die Turmfalken im Bereich des Kraftwerksneubaus geschaffen.

 

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Warum wird trotz des OVG Urteils weiter gebaut und was ist dafür die rechtliche Grundlage?

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am 16.03.2010 die Aufhebung des Bebauungsplans durch das Oberverwaltungsgerichts Münster vom 3. September 2009 bestätigt. Damit ist der Bebauungsplan unwirksam.
Wichtig zu wissen: Das Oberverwaltungsgericht hat mit seinem Urteil nicht grundsätzlich die Planung und den Bau eines Steinkohlekraftwerks in Datteln untersagt. Das OVG rügt diverse Mängel in der Bauleitplanung, es sagt aber nicht, dass das Neubauprojekt selbst nicht realisierungsfähig sei. E.ON baut auf der Grundlage von Genehmigungen, die von der zuständigen Behörde, der Bezirksregierung Münster, erteilt wurden. Diese Genehmigungen sind entweder bestandskräftig oder mit Sofortvollzug versehen.

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Wie wirkt sich das neue Kraftwerk auf die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Datteln aus?

Bereits heute und erst recht nach der Inbetriebnahme von Datteln 4 ist E.ON einer der größten Gewerbesteuerzahler vor Ort und damit eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt. Für die Festlegung des von E.ON in Datteln zu zahlenden Gewerbesteueranteils ist die Investitionssumme am Standort ein wesentlicher Faktor.

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Warum wurde bei den Planungen des Kraftwerks Datteln 4 gegen den Abstandserlass Nordrhein-Westfalen verstoßen?

Der Abstandserlass Nordrhein-Westfalen nennt keine zwingenden Mindestabstände, sondern bietet lediglich Leitlinien für die Planung. Im Einzelfall lässt der Abstandserlass geringere Abstände als 1.500 Meter zwischen der Wohnbebauung und einem Kraftwerk zu, wenn durch Gutachten nachgewiesen wird, dass von dem Kraftwerk für die Nachbarschaft keine Gefahren, erheblichen Nachteile oder Belästigungen ausgehen. Im Fall des Projektesvon Datteln 4 wurde der Abstand zwischen Kraftwerk und Wohnbebauung im Hinblick auf unterschiedliche Auswirkungen (mögliche Schadstoffimmissionen, Lärm, Auswirkungen auf das Landschaftsbild) intensiv in Gutachten untersucht. Sie alleDie Auswirkungen wurden dann im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Verfahrens und des Bauleitplanverfahrens bewertet – und zwar mit dem Ergebnis, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten und der Bau des Kraftwerks dort zulässig ist, wo derzeit Datteln 4 entsteht.

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Was passiert nach Abschaltung des alten Kraftwerks?

E.ON Kraftwerke hat sich in einem städtebaulichen Vertrag gegenüber der Stadt Datteln verpflichtet, nach erfolgreicher Inbetriebnahme der neuen Kraftwerksanlage das alte Kraftwerk stillzulegen und zurückzubauen. Die frei werdende Fläche soll für eine städtebauliche Nachnutzung als Gewerbegebiet vorbereitet werden.

 

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Wird im Kraftwerk Datteln 4 auch Kronocarb verbrannt?

Eine Mitverbrennung von Kronocarb ist in dem neuen Kraftwerk Datteln 4 nicht zugelassen und auch zukünftig nicht vorgesehen.

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Werden auch Firmen aus der Region beauftragt?

In Datteln und der Region haben bislang 72 kleinere, mittelständische Unternehmen Aufträge mit einem Gesamtwert von ungefähr 50 Mio. Euro erhalten.

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Was passiert mit der Abwärme?

Die nach der Stromproduktion im Kraftwerk anfallende Kondensationswärme wird soweit wie möglich zur Produktion von Fernwärme genutzt. Die verbleibende Abwärme wird vollständig über den Kühlturm abgegeben.

 

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Wie viele Pfeiler hat der Kühlturm und was für ein Fundament? Wie dick sind die Kühlturmwände? Welche Art der Bewehrung wurde ausgeführt?

Der Kühlturm steht auf 36 Radialstützen welche auf einem Ringfundament mit Pfahlgründung stehen. An der dünnsten Stelle beträgt die Wandstärke ca. 20 Zentimeter. Der Stahlbeton ist nicht vorgespannt.

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Warum wird der Kühlturm nicht dem Landschaftsbild angepasst?

Die farbliche Gestaltung des Kühlturms wurde mit einem hellen Spezialbeton so gewählt, dass er vor dem blauen Ensemble der Blockanlagen wie Kessel- und Maschinenhaus optisch in den Hintergrund rückt. Die helle Oberfläche der Kühlturmschale bietet - falls gewünscht - auch Möglichkeiten zur Illumination.

 

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Wie groß ist die Lärmbelastung durch das Kraftwerk und was ist im Betrieb die wesentliche Lärmquelle?

Die Schallemissionen des Kraftwerkes sind so gering, dass sie tagsüber aufgrund anderer Umweltgeräusche in den angrenzenden Wohnbereichen in Datteln nicht wahrnehmbar sein werden. Lediglich in sehr leisen Nachtstunden kann das Kraftwerksgeräusch hörbar sein, wenn man sich darauf konzentriert und das Geräusch nicht durch z. B. Verkehrsgeräusche übertönt wird. Konkret bedeutet dies, dass durch den Betrieb der Anlage der für die Nachtstunden geltende zulässige Immissionsrichtwert von 35dB(A) für reine Wohngebiete sicher unterschritten wird.

Die wesentliche Schallquelle des neuen Kraftwerks ist der Kühlturm, hauptsächlich verursacht durch das gleichmäßige Auftreffen von Wassertropfen in der Kühlturmtasse. Deshalb werden am Kühlturm umfangreiche Schallminderungsmaßnahmen ergriffen, z. B. Ausstattung der Lufteintrittsöffnungen mit Schalldämpfern und schallmindernde Ausführung des Verrieselungssystems.

 

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Warum wird in Staudinger eingehaust?

In Staudinger hat sich E.ON Kraftwerke dazu entschlossen, das Kohlelager einzuhausen, da die  Grundstücksflächen eine platzverzehrende offene Lagerung nicht ermöglichen. Der Hintergrund ist folgender: wird die Kohle eingehaust, dann lässt sich die Kohle sehr hoch auftürmen. Dies ist ohne eine solche Einhausung nicht möglich. Darüber hinaus liegt das Kohlelager im möglichen Überschwemmungsbereich des Mains und muss schon deshalb fest eingehaust werden.

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Berücksichtigt die Wirtschaftlichkeitsrechnung auch die Kosten für CO2-Zertifikate?

Die Entwicklung der Preise für CO2-Zertifikate ist momentan noch nicht vorhersehbar. Dennoch wird bereits heute ein „fiktiver“ Wert in der Wirtschaftlichkeitsrechnungen berücksichtigt.

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Wird Waltrop an das Fernwärmenetz angeschlossen?

An das Fernwärmenetz können alle Gebiete angeschlossen werden, solange es technisch machbar ist und sich wirtschaftlich rentiert. Für die Planung von Fernwärmeanschlüssen sind in erster Linie die Anschlussdichte sowie Großabnehmer von Bedeutung. Wird beispielsweise nur ein Haushalt an ein weiter entferntes Netz angeschlossen, so muss dieser die sich daraus ergebenden Gesamtkosten alleine tragen. Bei der Erschließung ganzer Siedlungen können die vorgelagerten Netzkosten auf viele Anschlussnehmer verteilt werden. Da Großabnehmer im Vergleich zu Kleinverbrauchern ein hohes Abnahmepotenzial bei geringeren Anschlusskosten auf sich vereinen, können Großkunden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen positiv beeinflussen. Für einen wirtschaftlich tragbaren Fernwärmeausbau ist damit die Kundenstruktur maßgeblich. Für Waltrop ist die wirtschaftliche Machbarkeit unter den gegebenen Bedingungen derzeit nicht darstellbar.  Jedoch prüft die E.ON Fernwärme GmbH derzeit mit dem Land NRW eine Fördermöglichkeit der Erschließung. Je nach Ergebnis dieser Untersuchung könnte ein Anschluss Waltrops sich dann wirtschaftlich anderes darstellen.

 

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Unter welchen Arbeitsbedingungen arbeiten die Mitarbeiter – insbesondere Mitarbeiter aus dem Ausland – auf der Baustelle?

Die Arbeitszeiten der Mitarbeiter auf der Baustelle werden registriert. Schon aus Gründen der Arbeitssicherheit, muss E.ON jederzeit darüber informiert sein, wer wann auf der Baustelle tätig ist. Darüber hinaus kontrollieren Berufsgenossenschaften regelmäßig die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeiten für alle Mitarbeiter. Hierbei werden grundsätzlich keine Unterschiede in der Herkunft der Mitarbeiter gemacht.

 



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Welche Arbeitsbedingungen herrschen in den Abbauminen?

Kohle wird nicht im Abbaugebiet selber gekauft, sondern über Händler an einer Art Börse für Kohle. Bei Anlieferung wird die Kohle auf ihre Qualität geprüft  und auf ihre Herkunft untersucht und auch berücksichtigt aus welchem Abbaubetrieb sie stammen.

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Welche Gefährdung geht vom Kohlekraftwerk für den Nahbereich aus und was passiert bei einem Störfall?

Es besteht häufig die Befürchtung, dass Schadstoffe besonders in direkter Umgebung eines Kohlekraftwerks austreten oder es zu Explosionen kommen könnte. Um dies zu verhindern, trifft E.ON Kraftwerke entsprechende bauliche Maßnahmen und setzt Reinigungs- und Filtertechniken ein. Diese Sicherheitsmaßnahmen werden durch verschiedene Gutachten, Messstellen und Kontrollen schon im Vorfeld u.a. auch durch eine Störfallprüfung nachgewiesen. 

Wenn in der Öffentlichkeit von einem „Störfall” gesprochen wird, dann ist das meistens ziemlich ungenau - in der Regel handelt es sich hier um eine Betriebsstörung. Die Störfallverordnung gilt für alle Betriebsbereiche (z. B. Produktionsanlagen, Lager), in denen gefährliche Stoffe oberhalb einer so genannten Mengenschwelle vorhanden sind. Die Betreiber der betroffenen Betriebsbereiche sind durch die Störfallverordnung verpflichtet, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, um Störfälle von vornherein zu vermeiden bzw. deren Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt so weit wie möglich zu minimieren.

Auch für Steinkohlekraftwerke gibt es eindeutige, gesetzliche Richtlinien, die ein detailliertes Sicherheitskonzept vorschreiben. Teile dieses Konzepts sind beispielsweise Brand- und Explosionsvorschriften. Für das Erstellen der Sicherheitskonzepte werden Experten beauftragt. Je nach Betriebsstörung wird unterschiedlich verfahren: Derzeit wird in der Stadt Datteln sowie im Kraftwerksforum über die Möglichkeit eines störfallfreien Betriebs diskutiert.  Das Kraftwerksforum fordert jedoch, dass es gar nicht erst zu einem Störfall kommt. Sollte es dennoch zu einem Störfall irgendeiner Art kommen, so greifen je nach Art des Vorfalls unterschiedlichste Maßnahmen wie ein Feuerwehreinsatz. All diese Maßnahmen werden kontinuierlich geübt.

 

 

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Kann eine CO2-Abscheidung nachgerüstet werden?

Ja, eine CO2-Abscheidung könnte bei Datteln 4  nachgerüstet werden. E.ON investiert derzeit vor allem in den Prozess der sogenannten „Post Combustion Capture". Diese Form der CO2-Abscheidung ist nachrüstbar und besitzt aus Sicht von E.ON großes Entwicklungspotenzial. „Post Combustion Capture“ bezeichnet die CO2-Abscheidung aus dem Rauchgas eines konventionellen Kraftwerks nach der Verbrennung.  Allerdings ist eine CO2-Abscheidung mit einem Wirkungsgradverlust verbunden. Ziel ist nach Angaben von E.ON diesen Wirkungsgradverlust auf 10 Prozent zu reduzieren. Derzeit ist allerdings noch keine CO2-Abscheidungsanlage für Datteln geplant. E.ON lässt die Anlage aber derzeit für eine CO2- Nachrüstung zertifizieren.

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Könnte an den Kühlturm ein zweiter Block angeschlossen werden?

Ein weiterer Block für Datteln ist derzeit nicht in Planung. Aus rein technischer Sicht wäre der Anschluss weiterer Kraftwerksblöcke zwar möglich, allerdings ist der Kühlturm in Datteln nur für den Betrieb des Kraftwerksblock 4 ausgelegt. Durch den Anschluß weiterer Kraftwerksblöcke würde sich die Wirksamkeit des Kühlturms negativ auf den Wirkungsgrad und somit sowohl auf die Umwelteinflüsse als auch auf den wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen auswirken.

 

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Wie entsteht Industrieschnee und welche Auswirkungen hat er?

Zur Erläuterung: Im Luftstrom des Kühlturms werden aus dem verrieseltem Wasser Tröpfchen mitgerissen, die zum großen Teil an einem Tropfenabscheider im Kühlturm wieder abgeschieden werden. Die nicht abgeschiedenen Tropfen weisen einen geringeren Durchmesser als Nebel- oder Wolkentröpfchen auf. Diese verdunsten in der Regel auf dem Fallweg zwischen Kühlturmschwaden und Erdboden. Zur Bildung von Industrieschnee kann es dabei jedoch ausnahmsweise unter extrem kalten Temperaturen kommen. Außerhalb des Kraftwerksgeländes wird der durch Dampfschwaden erzeugte Niederschlag kaum messtechnisch erfassbar sein. Nach dem Gutachten der simuPLAN Dorsten vom 12. Oktober 2006 im Auftrag der Bezirksregierung Münster werden die Auswirkungen des Kühlturms minimal sein. Ergebnis der Diskussion im Kraftwerksforum war, dass sich die Situation zukünftig gegenüber der heutigen Situation deutlich verbessern wird. Laut Gutachten kann es bei extrem winterlichen Temperaturen vorkommen, dass Eiskristalle in den Dampfschwaden entstehen, die aber nur selten als geringer Schneefall niederschlagen.

 

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Welche Lösung ist besser – ein Kamin oder die Rauchgasableitung über einen Kühlturm?

Die Rauchgasableitung über den Kühlturm hat, vereinfacht ausgedrückt, den Vorteil, dass kein zusätzlicher Schornstein errichtet werden muss. Außerdem unterstützen sich die beiden Medienströme – Wasserdampf und Reingas – dabei, auch bei Inversionswetterlagen sehr hoch ausgetragen zu werden.

 

 

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Berücksichtigen die Emissionsmessungen der einzelnen Kraftwerke die bereits existierende Vorbelastung?

Ja, die Vorbelastung muss im Rahmen des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) geprüft werden und fließt in die Gesamtbeurteilung mit ein.

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Erreicht Datteln vier die Grenzwerte der gesetzlich zulässigen Emissionen?

Datteln 4 wird nach gutachterlich bescheinigt die gesetzlich zulässigen Grenzwerte unterschreiten.
Um dies zu überwachen, ist im August 2007 das sogenannte Umweltmonitoring rund um das neue Kraftwerk in Datteln gestartet. Es überwacht, wie sich der Baubetrieb und in Zukunft das neue Kraftwerk auf die Umwelt auswirken. Daten von heute, aus der Zeit noch ohne das neue Kraftwerk, können später mit den Daten der ersten Betriebsjahre direkt verglichen werden. Mit dem dichten Netz von Messstellen zur Überwachung der Luftqualität geht das Umweltmonitoring über das vom Gesetzgeber geforderte Maß weit hinaus. Die Messgeräte überwachen die Luftqualität und prüfen, ob diese sich durch Schadstoffeinträge verändert. Beobachtet werden außerdem Geräuschentwicklung und Licht, der Boden, das lokale Klima, die Wasserqualität des Ölmühlenbachs und das Grundwasser sowie die Verkehrsentwicklung. Auch ein landwirtschaftliches Monitoring zählt zum Programm. Außerdem wurden Wünsche aus der Region aufgegriffen. So ging im Mai 2008 die auf dem „Kohledachgipfel“ vereinbarte zusätzliche Messstelle in Waltrop „Nach der Deine“ in Betrieb, ebenso wurde eine Messstelle in Datteln Hagen für die Messung von Feintaub nachgerüstet. Zudem wurde das Programm der landeseigenen Messstelle in Datteln-Hagem erweitert. Damit ist Datteln der „bestüberwachte Kraftwerksstandort in Deutschland“, so ein Vertreter der Bezirksregierung. Über die Ergebnisse des Monitorings wird halbjährlich öffentlich informiert. Sollten Grenzwerte überschritten werden, wird schnell reagiert. Die Bezirksregierung könnte dann umgehend Nachforderungen stellen und, falls notwendig, sogar z. B. eine nachträgliche Einhausung des Kohlelagers erwirken.

 

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Warum basieren die Gutachten für die Emissionen nur auf einem halben Jahr und nicht, wie gefordert, auf einem Jahr, um auch Inversionswetterlagen zu berücksichtigen? Wurde entsprechend nachgebessert?

Der Berichtszeitraum wird sich bis 2013 erstrecken. Um eine bessere und genauere Kontrolle zu ermöglichen werden die Berichte allerdings halbjährig vorgelegt. Auf spezielle Wetterlagen wird in den jeweiligen Berichten eingegangen.

 

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Gibt es eine Lösung für den Radweg?

Derzeitig sind alternative Radwege ausgeschildert. Im Nachnutzungskonzept ist eine Brücke über den ab 2015 erweiterten Kanal auf die andere Seite vorgesehen, die den momentanen Radweg entlang der vielbefahrenen B 235 ablösen könnte.

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Welche Zeitfenster sind für die Be- und Entladung der Schiffe am Hafen festgelegt?

Für die Entladung von Schiffen im Parallelhafen ist ein Zeitfenster von Montag bis Samstag jeweils in der Zeit von 06:00 - 22:00 Uhr beantragt und genehmigt worden. An Sonn- und Feiertagen erfolgen keine Be- und Entladungen.

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Wie wird die Kohlelagerung erfolgen und warum wird das Kohlelager nicht eingehaust?

Schon zu Beginn des Kraftwerksforums stand für alle fest: die Kohle muss so gelagert werden, dass die Belastung für die Region so gering wie möglich ausfällt. In diesem Zusammenhang wurde auch die Einhausung des Kohlelagers intensiv diskutiert. Das Ergebnis der Gespräche und Expertenvorträge im Forum: Staub entsteht besonders dann, wenn sich Kohle bewegt – also beim Transport und Umschlag. Wenn die Kohle nur lagert, staubt sie kaum. Es kommt also auf den Weg vom Schiff zum Lager und von dort in das Kesselhaus an. Hier sieht E.ON wesentliche Staubvermeidungsmaßnahmen wie geschlossene Bandbrücken, spezielle staubvermeidende Entladungsvorrichtungen und Minimierungen von Schütthöhen vor.. Zusätzlich verständigte sich E.ON Kraftwerke mit Bürgermeistern, Politikern, den Vestischen Ärzten, Anwohnern und der Bezirksregierung Münster beim „Kohledachgipfel“ im November 2007 in Datteln darauf, eine zusätzliche Staubmessstelle einzurichten. Werden die zugesicherten Grenzwerte nicht eingehalten, könnte die Bezirksregierung nachträglich die Einhausung anordnen. Messwerte können im Umweltbericht nachgelesen werden.

 

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Wie sieht die Schalldämpfung des Kühlturms aus?

Die größte Schallquelle des Kraftwerks ist der Kühlturm. Das Kühlwasser wird auf eine Verrieselungsebene hoch gepumpt und fällt durch diese in Tropfen aufgeteilt in das untere Becken im Kühlturm. Damit die umgebende Luft in den Kühlturm einströmen  bzw. durch einen „Unterdruck“ in den Kühlturm angesogen werden kann, ist die Kühlturmschale unten im Bereich des Auffangbeckens offen gestaltet. Hier würde der Schall in Form eines Geräusches eines kräftigen Dauerregens zu hören sein. Jedoch hat E.ON eine Schallschutzkonstruktion eben vor diesem offenen Bereich vorgesehen, die den Schall dämpft und gleichzeitig genug Raum für die anströmende Luft lässt. Dadurch wird die Effizienz der Kühlung nicht negativ beeinflusst, der austretende Schall jedoch deutlich reduziert.

 

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Warum wird der Strom nicht direkt an den Abbaustandorten produziert, sondern mit importierter Kohle in Deutschland?

Wir benötigen den produzierten Strom hier in Deutschland. Den Strom aus Abbaugebieten nach Deutschland zu transportieren, wäre unrentabel und technisch sowie politisch schwierig. So entstehen beim Stromtransport über längere Strecken z. B. Stromverluste. Je länger die Leitung desto größer der Verlust. Durch die Stromproduktion in Deutschland ist es zudem möglich die Fernwärme hier vor Ort zu nutzen. Eine Stromproduktion in anderen Ländern und der Transport durch unter Umständen auch politisch instabile Länder könnten Probleme in der Versorgung und  wirtschaftliche Abhängigkeiten nach sich ziehen.

 

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Werden ältere Kraftwerke abgeschaltet, wenn Datteln vier ans Netz geht?

E.ON hat sich vertraglich gegenüber der Stadt Datteln verpflichtet, die Kraftwerksblöcke 1-3  des alten Kraftwerks nach Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks abzuschalten. Darüber hinaus speisen Kraftwerke Strom nach einer „Merit-Order“ ein. Diese bildet quasi eine Rangfolge der effizientesten Kraftwerke, die mit den niedrigsten Kosten vorrangig Strom produzieren. Der neue Block 4 in Datteln wird also alleine durch den hohen Wirkungsgrad Kohlekraftwerke mit schlechterem Wirkungsgrad und höheren variablen Kosten im Wettbewerb verdrängen.
Für das Gelände des alten Kraftwerks in Datteln gibt es außerdem ein Nachnutzungskonzept, das im November 2008 dem Stadtentwicklungsausschuss Datteln vorgestellt wurde. Das Nachnutzungskonzept sieht vor, dass das alte Kraftwerk Ende 2012, nach in Betriebnahme des neuen Blocks, zurückgebaut wird. Der Rückbau wird etwa 3 Jahre dauern. Das Konzept bezieht sich auf das Gelände des Altkraftwerks. Angrenzende weitere Entwicklungsflächen, die nicht der E.ON Kraftwerke gehören, sind darin nicht berücksichtigt. Ausschlaggebend für die Planung waren vor allem folgende Eckpunkte:

  • Lage und verkehrstechnische Anbindung des Gebiets
  • Bedarf an Gewerbeflächen in Datteln
  • Renaturierung des Mottbachs und Dümmerbachs westlich des Gebiets
  • Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals
  • bestehende und geplante Leitungstrassen

Bei dem vorliegenden Plan handele es sich bisher um kein rechtsverbindliches Konzept. Erst wenn dieses im Bebauungsplan umgesetzt werde besteht Rechtsverbindlichkeit.

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Wie viel Dezibel Lärm sind nach der Schalldämpfung des Kühlturms noch vorhanden?

Der auf den Kühlturm zurückzuführende Schalldruckpegel beträgt in einer Höhe von 5 Metern über dem Kraftwerksniveau noch ca. 30 dB (A). Dies entspricht den Geräuschen, die man beim Flüstern wahrnimmt. Diesem Wert liegt der sogenannten Aufpunkt IO 2 „Meisterweg“ zugrunde, der den Schalldruckpegel in etwa 750 m Entfernung in nordwestlicher Richtung bemisst. Der Aufpunkt IO 2 „Meisterweg“ ist der nächst gelegene Messpunkt.

Beispiele für Schallpegel
- sehr leiser Zimmerventilator mit geringer Geschwindigkeit: etwa 35 dB(A)
- Flüstern: etwa 30 dB(A)
- Atemgeräusche aus 1 m Entfernung: etwa 25 dB(A)

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Wie macht sich der Windstrom bemerkbar?

Grundsätzlich speisen die Stromerzeuger genau so viel Energie ein, wie die Abnehmer verbrauchen. Konventionelle Kraftwerke wie Atom- und Kohlekraftwerke, zum Teil aber auch Laufwasserkraftwerke, versorgen dabei die Grundlast. Mit Grundlast ist die gewöhnlich benötigte Strommenge gemeint. Erhöht sich der Bedarf oder kommt zu Lastschwankungen muss die gestiegene oder gesunkene Nachfrage über Regulierung in den Kraftwerken selbst oder durch hinzuschalten bzw. Abschalten weiterer Kraftwerke kompensiert werden. Spitzenlasten werden beispielsweise durch Gas- und Wasserkraftwerke ausgeglichen, da diese sehr schnell die angeforderte Leistung bereitstellen können. Spitzenlasten entstehen etwa morgens, wenn viele Haushalte zugleich Strom benötigen und die Industrieproduktion zu Hochtouren aufläuft.

Windkraftwerke werden allein vom Windangebot gesteuert und können auf Nachfrageschwankungen nicht reagieren. D. h. neben den Verbrauchsschwankungen müssen andere Kraftwerke auch Schwankungen des Windstromangebotes kompensieren.

Beispiel: In einer Phase steigenden Stromverbrauches, beispielsweise an einem Werktag um 6 Uhr morgens, sinken Windgeschwindigkeiten und Windstromangebot. Die konventionellen Kraftwerke müssen in diesem Moment nicht nur auf den Nachfrageanstieg reagieren, sondern zusätzlich den ausfallenden Windstrom ersetzen. Bei hohem Windstromangebot und geringer Stromnachfrage dagegen müssen immer mehr konventionelle Kraftwerke zeitweise abgeschaltet werden. Die Geschwindigkeit, in der Kraftwerke auf Nachfrageschwankungen reagieren können, ist jedoch begrenzt. Daher müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden. Das kann bedeuten, dass ein Kraftwerk dauerhaft "gedrosselt" betrieben wird, um im Bedarfsfall durch Öffnen der Drossel schnell zusätzliche Leistung freisetzen zu können. Dies ist jedoch weniger effizient und bewirkt einen geringeren Wirkungsgrad. Das Wiederanfahren der Kraftwerke dauert außerdem systembedingt einige Zeit. Das Abstellen und Wiederanfahren sowie die häufigen und starken Lastwechsel verursachen zudem hohen Verschleiß an den Kraftwerksanlagen. Ein greifbares Beispiel: Die Drosselung eine Kraftwerks entspricht einem PKW, der mit gezogener Handbremse anfährt. Beim Lösen der Handbremse wird die zurückgehaltene Leistung sofort freigesetzt und der PKW beschleunigt schneller, als ein PKW, dessen Fahrer erst die Kupplung tritt und dann Gas gibt. Allerdings hat der PKW, der beim Stehen mit gezogener Handbremse Gas gibt einen höheren Verbrauch und Verschleiß.

 

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Mit wie vielen Metern pro Sekunde kommt der Dampf aus dem Kühlturm und wie wird das von Inversionswetterlagen beeinflusst?

Die Austrittsgeschwindigkeit des Dampfes (Schwaden-Rauchgasgemisch) am Kühlturmaustritt beträgt je nach Auslastung der Turbine, die den Strom erzeugt (Blocklast) 4 bis 5,5 Meter pro Sekunde. Die Austrittsgeschwindigkeit wird von der Wetterlage nicht beeinflusst. Die hohe in den Kühlturmschwaden steckende thermische Energie entwickelt einen großen Austrittsimpuls, der Schwaden und Rauchgase hoch hinausträgt. Während über Schonsteine abgeleitete Rauchgase bei ungünstigen Wetterlagen in einigen Kilometern Abstand wieder zu Boden gedrückt werden können, durchstößt der Schwaden großer Naturzugkühltürme wie in Datteln auch Inversionsschichten. Das gilt auch dann, wenn der Schornstein erheblich höher ist als der Kühlturm.

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Welche vertraglichen Bindungen zur Stilllegung anderer Kraftwerke gibt es, wenn Datteln 4 seinen Betrieb aufnimmt?

Im Zuge des Neubaus bzw. der Inbetriebnahme des neuen Kraftwerksblocks Datteln 4 sind zwei wesentliche Verpflichtungen zur Abschaltung älterer Blöcke im Ruhrgebiet vertraglich festgehalten:

  • Im städtebaulichen Vertrag mit der Stadt Datteln ist geregelt, dass der letzte der verbleibenden Kraftwerksblöcke spätestens ein Jahr nach dem Anlaufen von Datteln 4 vom Netz geht. Zudem muss die Altanlage binnen drei Jahren komplett abgebaut werden.
  • Die Genehmigung für den Betrieb des Kraftwerks Shamrock läuft Ende 2012 aus. Ein Weiterbetrieb der Anlage soll nicht erfolgen, auch da er viele kostenintensive Nachrüstungen zur Folge gehabt hätte.

Moderne Anlagen verdrängen nach und nach die älteren Anlagen mit schelechteren Wirkungsgraden. Denn: Um Umweltauswirkungen neuer Kraftwerke dieser Art zu bewerten ist nicht die Gesamtkapazität der in einer Region installierten Kraftwerke maßgeblich, sondern wie viel Steinkohle zur Stromgewinnung benötigt und eingesetzt wird. Ist eine Anlage neu und effizienter, so wird in dieser Anlage weniger Kohle für die gleiche Menge Strom verbraucht. Gibt es mehr neue Kraftwerke, nimmt damit auch der Ausstoß von Schadstoffen bezogen auf die erzeugte Strommenge ab. Da Datteln 4 eine solche neuartige Anlage ist, wird sie auch eher und länger eingesetzt und alte Kraftwerke werden zunehmend weniger eingesetzt. Vertragsbindungen zum Abschalten veralteter Anlagen haben darauf keinen Einfluss. Gehen Altanlagen wegen moderner Anlagen vom Netz, d.h. werden diese verdrängt, ist dies somit auch logisch wirtschaftlich begründet, denn Kohle muss auch eingekauft werden.

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Ist der Kühlturm aus dem Lot?

Der Kühlturm des neuen Kraftwerks wird ständig vermessen und steht genau senkrecht. Offensichtlich wurde die unterschiedliche Höhe innerhalb eines Rings der Kletterschalung, dem verschiebbaren Baugerüst für die Arbeiten am Kühlturm, der jeweils 1,50 m misst, als Schiefstellung interpretiert. Als Folge dieses Missverständnisses entstand offensichtlich das Gerücht, dass der Kühlturm schief sei.

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Wie hoch wird der Anteil von Schwermetallen in der Kühlturmabflut und im Kühldampf sein und was passiert, wenn die Luft im Kühlturm nicht nach oben abziehen kann?

Im neuen Block Datteln 4 werden die Abgase direkt über den Kühlturm und nicht wie beim Altkraftwerk über einen Kamin abgeleitet. Die Frage ist, ob sich dadurch die Schwermetalle aus dem Rauchgas nicht mit dem Kühldampf oder der Kühlturmabflut vermischen.


Schwermetalle aus dem Rauchgas werden sich nicht mit dem Kühldampf oder der Kühlturmabflut verbinden. Das Rauchgas wird erst oberhalb der Kühlwassersprühdüsen in den Kühlturm eingeleitet. So können sich die Abgase nicht mit den Tröpfchen im Kühldampf verbinden. Erfolgreich erprobt wurde die Ableitung von Rauchgasen über einen Kühlturm bereits Anfang der achtziger Jahre großtechnisch im Modellkraftwerk Völklingen. Hier hat man die physikalischen und chemischen Vorgänge und mögliche Wechselwirkungen zwischen Rauchgas und Kühlwasser im normalen Kraftwerksbetrieb erfolgreich langfristig getestet.
In der Kühlturmabflut befinden sich lediglich diejenigen Schwermetalle, die sowieso schon im Dortmund-Ems-Kanal zu finden sind, aus dem das Wasser zur Kühlung der Anlage stammt. Alle Einzelströme aus dem neuen Kraftwerk, d.h. die Abflut aus dem Kühlturm, das normale Schmutzwasser und das Abwasser aus der Rauchgasentschwefelungsanlage sowie auch zusätzlich noch einmal der zusammengefasste Abwasserstrom, der zur Kläranlage geleitet wird, werden während des Betriebs überwacht. Auch beim Übergang von Rauchgasen in den Kühldampf im Kühlturm, der beim neuen Kraftwerk auch als Kamin dient, werden keine nennenswerten Anreicherungen mit Schwermetallen erwartet.

Ein Naturzugkühlturm sichert eine kontinuierliche Luftdurchströmung. Im Gegensatz zu strombetriebenen Ventilorkühltürmen ist der Abzug jederzeit gewährleistet.